DORFWERKSTATT GABERNDORF Mit der Dorfwerkstatt bespielt und adressiert das Kollektiv VorOrt, bestehend aus vier Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar, Orte der Gemeinschaft im Dorf. Wo trifft man sich? Welche Räume der Begegnung brauchen wir in Gaberndorf und wie können wir selbstwirksam solche Orte schaffen?
Das Kollektiv ist überzeugt: „Gemeinschaft ist vom aktiven Zusammenkommen im Dorf abhängig. Dafür ist eine soziale und räumliche Infrastruktur notwendig.“ In öffentlichen Workshops erarbeiteten sie gemeinsam mit den Dorfbewohnenden eine Ressourcenkartierung und eine langfristige Dorfvision. Durch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Bestand, der Historie und den Erinnerungen der Bewohnenden trat der ehemalige Gutshof von Gaberndorf als wichtige Ressource hervor. „Im Bestand liegt viel Potenzial. Mit unserer Arbeit möchten wir zeigen, dass es möglich ist und motivieren, etwas anzupacken. Das Vorhandene muss neu genutzt werden.“ Das runde Vordach der Bushaltestelle „Im Dorfe“ ist ein sichtbarer Prototyp für das Prinzip „Einfach Mal Machen“. Innerhalb kurzer Zeit realisierten die Studierenden das Vordach der Bushaltestelle inklusive städtischer Genehmigung – mit den vor Ort vorhandenen Materialien. Die Zusammenarbeit mit Bewohnenden in der Entwicklung der Idee sowie Umsetzung zeigt, dass das Gestalten vor Ort und ein hohes Maß an Eigenverantwortung einen großen Mehrwert erbringt. Durch öffentliche Veranstaltungen auf dem Anger, der Bauwerkstatt für die Bushaltestelle und einer Ausstellung auf dem Gutshof ist Gaberndorf in kleinen, ersten Schritten lebendiger geworden.
Die architektonischen Entwürfe zeigen weitere mögliche Schritte auf. Mit kleinen, niedrigschwelligen Bauten können Grenzen wie Gartenzäune in Orte des Bleibens verwandelt werden. „Gesellige Interventionen“ erweitern das Angebot im öffentlichen Raum. Dem einfachen Dach über der Bushaltestelle könnte eine offene Bücherei im Kirchgarten folgen und der Dorfteich könnte wieder zum Baden genutzt werden. Der Gutshof kann eine Dorfkümmerei beherbergen. In einem kleinen Hofladen können lokale Produkte verkauft werden, ein Verein kann ein kleines Café betreiben und Seminar- und Bildungsangebote können stattfinden. Die Dorfkümmerei sowie Angebote für Mehrgenerationenwohnen schaffen eine bessere Versorgung und ermöglichen das Altwerden auf dem Dorf. Die Remise und die Diele greifen als ortstypische Typologie das Ortsbild auf und schreiben es fort.
Die Konzepte sind im Rahmen der Abschlussarbeit Architektur „Gemeinschaffende Infrastrukturen im ländlichen Raum – eine Dorfwerkstatt in Gaberndorf“ entstanden. Die Bushaltestelle darf mit Genehmigung der Stadt bleiben. Eine Umsetzung weiterer Entwürfe oder eine Entwicklung des Gutshofes bleibt bisher offen. Alle im Dorf sind eingeladen, sich zu beteiligen.
Bei Interesse oder Rückfragen können Sie sich gerne bei uns melden unter: gutshofquartett@gmail.com von Anna Wagner, Denise Dilje, Felix Schmidt und Lando Daut
Instagram: @vorort_kollektiv